Juni 23

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Die Bedeutung von Innerem Wissen und Empathie

By Bianca Merz

Juni 23, 2023

Empahtie, Esoterik, Fühlen, newwork

“Selbstreflektion- ja, aber bitte nicht so gspürschmi – und schon gar nicht esoterisch.”  Diese Aussage höre ich inzwischen nicht mehr oft. Doch immer wieder.

Ganz ehrlich: lange Zeit haben mich Aussagen dieser Art genervt. Und hatten eine kindliche Trotzreaktion getriggert. Nach aussen zeigte ich mich auf charmante Art und Weise. Aber angefühlt hatte es sich nicht gut. Inzwischen habe ich einiges gelernt und mehr verstanden und ich reagiere gelassen und glaube inzwischen gut unterscheiden zu können, ob eine totale Abwehr(tung) hinter solchen Aussagen steht oder eine vorsichtige Neugier. Bei Abwehr steige ich nicht darauf ein, denn ich sehe mich nicht in der Rolle der Überzeugerin. Bei Neugier setze ich an und gestalte den Raum entsprechend. Mit Empathie und Respekt vor dem/den Menschen, seinem Kontext und dem gemeinsamen Raum.

Interessanterweise hat diese Aussage jedoch meine Überzeugung, dass Innerwork notwendig ist, nie ins Wanken gebracht. Das ist nicht nur mein Gefühl, sondern wird auch durch meine persönlichen Erfahrungen belegt.

Lasst uns heute auf eine Erfahrungs-Gedankenreise über „Gspürschmi“ und „Esoterik“ gehen.

Fühlen- eine Krisenursache?

Nicht spüren zu wollen weist auf eine der Hauptursachen unserer sozialen und ökologischen Krisen hin. Und unterstützt unsere verarmte und unausgewogene Art der Lebensführung. Statt einer natürlich-fliessenden, balancierten Erfahrung, ist es eine (selbst-)ausbeuterische, einseitige auf materiellem Wachstum und Sicherheit fokussierte. Dazu ein Satz von meiner sehr geschätzten Netzwerkkollegin Monika Caluori: “Die Natur auszubeuten ist nur in der Lage, wer sich selbst ausbeutet.”

Fühlen – eine Generationenfrage?

Wer sich von mir begleiten lässt, startet mit einer Lebensradübung. Dabei werden diverse Lebensbereiche wie bspw. Familie, Beruf, berufliche Entwicklung, Gesundheit, Finanzen beleuchtet. Und die Coachee hält fest, wie hoch sie ihre Zufriedenheit im jeweiligen Themenbereich einschätzt und was für sie wünschenswert wäre.

Beim Bereich “persönliche Entwicklung” werde ich oft gefragt, was denn das überhaupt sei. Spannenderweise nur von Menschen ab Alter 40. Was der Generation X entspricht. Und deren Generationenprägung. Dr. Ch. Niederwieser beschreibt diese Generation folgendermassen.

Die Menschen der Jhg. 65-80 sind in einer Zeit aufgewachsen, in welcher es von allem immer mehr gab. Die Auswahl an Hobbies, Ausbildungen und Berufsbildern war exorbitant gewachsen. Und gerade deshalb wurde es immer schwieriger, sich zu entscheiden und auf einen Weg festzulegen. So hielt man sich lieber alles offen und zappte zwischen den verschiedenen Möglichkeiten hin und her. Damit einher gingen ein steigendes Konsumverhalten und Markenbewusstsein. Immer mehr definierte man sich über sein Äußeres und über Statussymbole, Der Fokus verschob sich von dem, was man ist, zu dem, was man nach Aussen sein wollte. Der Stellenwert des Images nahm enorm zu. Die Illusion der Bilder und die Desillusionierung der eigenen Lebensperspektiven gingen Hand in Hand.”

Und was ich zudem beobachte ist, dass auf alle Fragen nur die eine Antwort – Wachstum – gefunden wird. Und äussere Ziele setzen, die mit “mehr von” als mit “weniger oder loslassen” zu tun haben. Doch Wachstum erhöht den Verbrauch.

Fühlen – eine persönliche Erfahrung

Und so kam es auch bei mir – yep, auch Generation X mit Jhg 74 – dass ich mich eines Tages ziemlich verbraucht und müde fühlte, gar nicht mehr genau wusste, wer ich eigentlich war und was ich möchte. Es muss nicht zwingend eine Krise sein, die einen dazu bringt, sich mit sich selbst zu beschäftigen, sich zu spüren wollen und mutig neue Wege zu gehen. Bei mir bedeutete dies, dass ich statt des eigentlich logischen Berufs-Karriere-finanzsicherenden Schritts zur HR-Leitung in einem Grossunternehmen, denjenigen in die unsichere Selbständigkeit als Begleiterin für ein zukunftsfähiges Mit-Sich und Miteinander wagte. Nun – ich bin froher denn je, dass ich diesen Abzweiger für mich gefunden habe. Ich arbeite nicht weniger, aber anders, fliessender, rhythmischer, bewusster und mit mehr Freude und Engagement. Und es heisst auch nicht, dass nur die Selbständigkeit für alle die Lösung ist – im Gegenteil – wir benötigen in den bestehenden Systemen zukunftsfähige Führungspersonen mehr denn je. Es braucht auch “meine” Generation in diversen Rollen.

Ist eso- oder exoterisches Wissen wahr(er)?

Wenn jemand von esoterisch spricht, frage ich jeweils nach, was darunter verstanden wird. Esoterik ist ein Sammelbegriff für verschiedene spirituelle Praktiken und Lehren, die sich auf nicht einfach auffindbares oder geheimes Wissen beziehen. Es ist simpel der Gegensatz von Exoterik, welches öffentlich zugängliches Wissen beschreibt. Und ob jetzt nur das öffentlich zugängliche Wissen auch wirklich “wahr” ist,  stelle ich sehr in Frage. Und ich gebe zu, der Verruf der Esoterik kommt von unseriösen Praktiken, die es gibt. Praktiken, die Menschen falsche Hoffnungen machen oder zu Schaden bringen. 

Du kennst das bestimmt plötzlich wusstest du, was du zu tun hattest, was der nächste Schritt ist, was die Lösung ist. Quasi aus heiterem Himmel. Ist das nun eso- und/oder exoterisches Wissen?

(Selbst-)Verantwortung 

Fühlen und inneres Wissen zulassen benötigen wir für ein verantwortungsvolles Mit-Sich und Miteinander. Wir müssen uns aus vergangenheitsgeprägten Denk-Verknöcherung befreien und etablierte Glaubenssätze aufheben, die als unantastbare Wahrheit galten. Wir dürfen unsere Weltsicht erweitern und dabei logisch bleiben. Nur wer sich seiner Gefühle, Bedürfnisse, Werte, Überzeugungen und Motivationen bewusst ist – alles was eben Innen und unsichtbar ist – kann auch nachhaltig sein Verhalten ändern. Und nur wer sich in andere hineinfühlen kann, ist fähig, echte zukunftsfähige Kooperationen gestalten und zu Lösungen beitragen. Wir sind nicht so rational, wie wir immer “denken”. Wir sind viel komplexer als nur unser Hirn.

Die Verbindung zwischen Fühlen und Esoterik..

… hilft, ein tieferes Verständnis der eigenen Identität und des Universums zu erlangen.

Ich glaube, es gibt noch viel mehr zu Erspüren in unserer Welt. Denn bestimmt habe nicht nur ich Erfahrungen gemacht, die die Wissenschaft oder meine Ratio für unmöglich oder für Unsinn halten, habe von Heilmethoden profitiert hat, die von gewissen Menschen als Quacksalberei bezeichnet werden, oder Kulturen besucht, in denen übernatürliche Phänomene “normal” sind .

Und mich dadurch verzaubern lassen. Oder mit den Worten von Hermann Hesse (aus Stufen):

…”Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.” …

 

 

 

 

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