Dezember 20

2 comments

Tschüss Grösse XS – Jahresrückblog 2023

By Bianca Merz

Dezember 20, 2023

innerwork, jahresrückblick, jahresrückblog, selbstentwicklung^

Wenn ich auf die vergangenen zwölf Monate zurückblicke, kristallisiert sich ein Thema heraus: Wachstum. Zwar nicht in Form von physischer Länge und darum nicht wirklich sichtbar, sondern vielmehr im Innen. 

Mit diesem Jahresrückblick versuche ich, die verschiedenen Dimensionen meines Wachstums strukturiert zu beschreiben und nutze dafür einen vorgegebenen Rahmen.

Seit dem Frühjahr 2022 engagiere ich mich in einer globalen Gemeinschaft von Praktikern, Wissenschaftlern und Beratern um das OpenSource-IDG-Framework in die Praxis umzusetzen. Mit dem Aufbau meines Jahresrückblogs diene ich mir selbst als Testperson, indem ich das Framework nutze, welche sich entsprechend der fünf zentralen Themenbereiche der inneren Entwicklung entfaltet. Diese sind notwendig, um ein gesundes Wachstum der Menschheit zu fördern und reichen von der Dimension des SEIN, übers DENKEN, BEZIEHEN und ZUSAMMENARBEITEN bis hin zum HANDELN.

Insgesamt war das vergangene Jahr geprägt von Selbstreflexion, inspirierenden Begegnungen, kollaborativen Erfahrungen und doch immerhin auch noch ein paar konkreten Handlungen. Es gab wie jedes Jahr nicht nur schöne Ereignisse, vieles (und viele :-)) hat mich gefordert. Teils sogar sehr. Unter anderem das stets präsente Einkommensthema als Selbständigerwerbende mit hohem Idealismusanteil. Ich hatte im 2023 mehr Zeit, Geld und Energie in unbezahlte Projekte investiert als je zuvor. Und war unsicher – verdiene ich noch genügend um meine Fixkosten zu decken? Doch vor wenigen Tagen dann die Gewissheit: es reicht! Dies bestätigt eine innere Ahnung: wenn ich loslasse, dann fliesst es. 

Kurzum: Ich durfte wachsen in diesem Jahr. Von XS zu S und eventuell sogar mehr?! …

…  im November nahm ich an einem 3.5 tägigen Intensivretreat für Pioniere der post-agilen Welt teil. Am zweiten Abend standen wir 20 Teilnehmenden und Coaches um ein Lagerfeuer unter riesigen Eichen und jede(r) von uns übergab dem Feuer einen Gegenstand, welcher für etwas im Leben steht, was wir loslassen können. Bei mir war es ein XS-Unterleibchen – symbolisch für kleinhaltende Glaubenssätze. Inzwischen wirke ich aus mindestens einer S-Grössen-Haltung. Und das wirkt tatsächlich anders.

Jahresrückblick 2023

BEING – wie entwickelte sich die Beziehung zu mir?

Lange habe ich nach Worten gesucht, wie ich die Reise ins “Sein” im 2023 beschreiben soll. Und gebe auf. Denn ich finde keine passenden Worte, dafür, wie es sich anfühlt. Nur soviel: Meine Bewusstheit hat sich erweitert.

Was ich jedoch beschreiben kann ist, was hilfreich war für mich:

So habe ich u.a. Selbstkenntnis durch Tests, Coachings und Selbsterfahrungszeiten rund um das Thema der vertikalen Entwicklung gestärkt.

Ausserdem habe ich wiederum viel Zeit outdoors verbracht und beim Wandern entlang des Walensees, im Tessin, im Bündnerland, in der Region Mogelsberg sowie auf der zauberhaften Insel Amrum meine Gedanken und Gefühle sortiert. Dabei hatte ich auch immer wieder schöne Begegnungen mit Katzen, zu denen ich mich seit meiner Kindheit besonders hingezogen fühle. Eventuell deshalb, weil sie mich an meine kindliche Neugier und damals noch viel intensivere Beziehung zur Pflanzen- und Tierwelt erinnern.

Wichtig für mein Innenleben ist auch wieviel „Lärm“ im Aussen ist. Schon seit längerem beschäftigt uns deshalb als Paar die Frage, ob wir ins Val Poschiavo ziehen oder in der Stadt bleiben sollen. Als Kompromiss haben wir uns unter anderem mit anderen Menschen beim Mini Zuekunft Festival in Lichtensteig zu zukunftsfähigen Wohnformen ausgetauscht und Optionen evaluiert. Letztendlich haben wir uns entschieden, vorerst in der Stadt zu bleiben. Es ist halt doch auch SEHR schön hier in Zürich.

Weiter haben mich auf meinen Weg Hermann Hesse, Hannah Arendt und Alfred Vogel unterstützt, deren Spuren ich an ihren Wohnorten, in der Natur und in ihren Schriften intensiv verfolgt habe. Und nicht zuletzt durfte ich Beratungen aus den Themenbereichen der Astrologie, der Psychotherapie und dem Human Design geniessen. Letzteres war besonders interessant, da ich angeblich zu den Menschen gehöre, welche die Welt um sich am Klarsten spiegeln können – und das sind nur gerade 1-2% weltweit. 

 

THINKING – wie und womit habe ich meine kognitiven Fähigkeiten verändert?

Wie bereits erwähnt habe ich mich in diesem Jahr intensiv mit vertikaler Entwicklung sowie mit Systemtheorie und zukunftsfähigen Ideen und Visionen auseinandergesetzt.

Ich genoss einige interaktive Ausstellungen, darunter „Natur im Stapferhaus“, die zum Nachdenken anregegende Fintopia Ausstellung über Geld, die SDGs und den Homo Ludens, sowie die Ausstellung „doing family“. Diese setzte sich mit Fragen zur familiären Herkunft im Kontext des eigenen Lebensentwurfs auseinander. Welche Auswirkungen haben Geld, Macht und gesellschaftliche Rollenbilder auf das Familienleben? Welche Geschichten und Geheimnisse prägen unsere Beziehungen zu Verwandten oder Freunden? Diese Erfahrungen waren lehrreich und haben mein Verständnis für (m)ein zukünftiges Miteinander und Mit-Sich beeinflusst.

Des Weiteren habe ich “ganz normale” Weiterbildungen abgeschlossen, darunter bei Barbara Küchler zur Stufenentwicklung, bei der Coachinggesellschaft in Deutschland zu Führung in post-agilen Zeiten und am MIT bei Otto Scharmer zur U-Theorie.

Die bedeutendste Perspektiverweiterung und Unterstützung für kritisches Denken fand jedoch im Austausch mit unterschiedlichsten Menschen in Intervisionsgruppen und nebenberuflichen Engagements statt. Auch die Teilnahme an Onlinekongressen wie den Pioneers of Change oder der InnerDevelopmentGoals haben dazu beigetragen.

 

RELATING – was waren Momente der Verbundenheit?

Das Jahr brachte unzählige Begegnungsmomente unterschiedlicher Intensität. Es begann bereits in der Silvesternacht. Beim Bürkliplatz tanzten wir mit vielen anderen zu Albano&Romina Power und weiteren italienischen canzoni ins 2023.

Weiter gab es Begegnungen, die

waren tiefenwirksam: wie der BeyondNow-Raum in Wardenburg, der zweimonatlich stattfindende Online-IDG-Women Hub, sowie die regelmässigen Austausche mit Monika von der Akademie für Geldfluss und Werte
erinnerten mich daran, was wirklich zählt: wie die Stunden mit meinem Mann und Feierlichkeiten rund um 50. & 70. Geburts- sowie 50. Hochzeitstage
brachten Veränderung: wie meine Teilnahme an einem Seminar bei Nando Stöcklin welche schliesslich in einem Vorstandsmandat endeten.
brachten Chaos: wie meine diversen freiwilligen Engagements die mich teilweise zeitlich und inhaltlich überforderten und mich dazu zwingen, vermehrt Grenzen zu setzen wo und mit wem ich Zeit verbringe. Dasselbe gilt auch für meine Beratungsangebote – nicht alle Unternehmen sind an vertikaler Entwicklung/Innerwork interessiert – auch das durfte ich lernen.
waren flüchtig: dazu gehören alle Begegnungen an diversen Anlässen wie bspw. demjenigen von Terrabiom oder des World Ethical-Forum welches Vandana Shiva nach Zürich gebracht hatte. Was für eine inspirierende Frau! (und eine entsprechende Filmempfehlung)
.. waren lustig und bereichernd: wie beispielsweise die Treffen mit den Piemontfrauen.

 

COLLABORATING – wie konnte ich meine sozialen Kompetenzen stärken?

Reflektieren und Mobilisieren im Miteinander wie es in Retrospektiven innerhalb der Integralen Politik und Enneagrammjahresanlässen praktiziert wurde, waren wesentlich für eine Erweiterung des Verständnisses wie ich ticke und wie ich im Miteinander ticke. Die Auseinandersetzung mit Konfliktverhalten bei Barbara Küchler hat mein Verständnis für Konflikte vertieft. Inspirierende Veranstaltungen wie der Emergizer in Berlin haben meinen Horizont erweitert und ebenfalls zu einer konkreten neuen Kollaboration geführt. Die Vielfalt dieser Einflüsse fördert mich im Finden kreativer Lösungsansätze. Ich durfte nicht nur meinen Horizont erweitern durch diese SEHR vielseitigen interdisziplinärenen Austausche sondern ebenso vermehrt unterschiedlicher Perspektiven in mir „halten“.

 

ACTING – wo kam ich ins Tun?

Und schliesslich noch: was habe ich denn konkret und sichtbar umgesetzt?
– zwei neue Webauftritte kreiert (biancamerz.ch und emergination.ch)
– Zusammen mit Fränzi ein letztes Piemontretreat durchgeführt
– Enneagrammkurse angeboten
– Einen Verein mitgegründet
– Mit Esther unzählige Stunden und Tage in den Aufbau des Emergination HUB Schweiz sowie dem Entstehenlassen von neuen Lern-Räumen investiert.
– Erstmals Resilienz-Wirkshops im Gesundheitswesen durchgeführt.
– und etliche Personen in Führungsthemen oder bei Standortbestimmungen begleitet. Wieviele es waren – ich habe nicht gezählt (siehe meine Aussagen im Statistikteil später ..) 

Meine 3 beliebtesten Blogartikel

Jedesmal wenn ich beim Schreiben völlig die Zeit vergessen hatte und schlussendlich etwas total anderes aufs Papier kam, als ich ursprünglich im Kopf zurechtgelegt hatte, wurde es ein Artikel, der gerne und oft gelesen wurde. ?!? … in diesem Jahr waren es Texte zu folgenden Themen:

Zur „Verspieltheitskompetenz“, was im Grunde genommen bedeutet, dass wir alle ein bisschen mehr Spass in unserem Leben brauchen. Der zweite Artikel handelt von „Umweltproblemen und gesellschaftlichem Wandel“, aber lass dich davon nicht abschrecken – es ist eine mutige Lektüre, die dir das Gefühl geben wird, dass du etwas bewirken kannst. Der dritte Artikel stellt die Frage, ob wir wirklich immer mehr „Zertifikate und Diplome benötigen“, um in der Arbeitswelt Fuss zu fassen.

  •  Future Skill: Verspieltheitskompetenz: Dass Erfolg durch Pflicht, Fleiss und Ordnung erreicht wird, das war in den 80er Jahren die Devise und so bin ich aufgewachsen. Der Preis dafür: meine Kreativität und Verspieltheit. Nicht nur darum bin ich überzeugt, dass wir wieder mehr Leichtigkeit und Spiel in unserem Leben brauchen und dass Verspieltheit genauso ernst genommen werden kann wie andere Tugenden. 
  • „The Week“ – Ein Erfahrungsbericht „The Week“ ist ein Programm von Frédéric Laloux und seiner Frau Hélène, das sich mit der Umweltproblematik und gesellschaftlichem Wandel beschäftigt. Da ich sei einigen Jahren daran arbeite, einen sinnvollen Beitrag für eine zukunftsfähige Welt zu leisten, ohne zu missionieren, war ich sehr gespannt, auf diese Woche bestehend aus drei Filmabenden.  Es war eine Mut-gebende Erfahrung trotz der teils sehr traurigen Situation. Für mich wurde einmal mehr klar, dass Wandel über Veränderung der Beziehungsmuster geschieht 
  • Vom Zertifikatswahn zurück zu uns und unseren TalentenWelches CAS und sonstige anerkannte Diplömli muss es noch sein damit ich attraktiv für den Arbeitsmarkt bleibe?“ Eine Frage die mir immer wieder gestellt wird. Schon vorab – ich bin überzeugt, dass die Akademisierung im Bildungssystem an ihrem Zenit angekommen ist und die Zukunft der Könnenskultur gehört, bei der individuelle Talente im Zentrum stehen sollten.  Und dass wir – statt wahllos anerkannte Zertifikatsabschluss erlangen zu wollen, uns vielmehr darum kümmern sollten, das angeeignete Wissen als Erfahrung in das eigene Tun zu integrieren.

Und mein Learning aus dem Blogjahr: weniger Vor- und Zer-Denken dafür vielmehr mich zurückziehen und einfach Drauflosschreiben. Hach ich habe so was von Lust darauf!!

Mein Jahr 2023 in Zahlen

Früher liebte und führte ich persönliche Statistiken. Die waren wichtig um mir meine Fortschritte zu „beweisen“. Wieviele Kilometer war ich gejoggt, wie viele Kunden*innen hatte ich begleitet, was war mein monatlicher Umsatz uvm waren ein paar Beispiele. Aber eben, das war früher. Und darum kann ich hier gar nicht so viel präsentieren. Ausser vielleicht ein paar ungewöhnliche Fakten und Anekdoten:

  • es gab eine unvergessliche zufällige Begegnung im Sommer mit einem ehemaligen Mathe-Lehrer an der Fachhochschule. Währenddem er sich nicht mehr an mich erinnerte, erinnerte ich ihn daran, dass sich meine Vermutung, die ich anno 1999 geäussert hatte, dass ich die 3. Ableitung (die ich bis heute nicht kapiert habe) NIEMALS im Berufsleben würde nutzen können, bewahrheitet hatte. Wir haben Tränen gelacht. Interessanterweise ist er nebem seinem Lehrer-Mandat seit einigen Jahren noch als Organisationsentwickler tätig – auch ohne Ableitungen.
  • 8 – 9 Stunden Schlaf brauche ich und auch wenn es nicht immer gelang, mir diese zu gönnen, so doch öfter als in den Vorjahren
  • geschätzte 10 Stunden an Whatsapp-Sprachnachrichten habe ich wohl versendet (hart an der Grenze zu Podcasts daher werde ich das zurückschrauben – versprochen :-))
  • mindestens 36 Bücher habe ich bestellt (also mindestens 3 pro Monat) und den grössten Teil davon auch gelesen.

Projekte und Ziele 204

Die behalte ich vorerst mal für mich. Und verabschiede mich in die ruhige Zeit zwischen den Jahren. 

Mehr Bilder zu meinem Jahr gibt es übrigens jeweils auf Instagram zu sehen. Hab einen zauberhaften Jahresabschluss. Cheers!

 

(Visited 137 times, 1 visits today)
  • {"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
    >
    Cookie Consent mit Real Cookie Banner