Innere Kompetenzen entwickeln – kein nice-to-have

“Vielleicht ist in der heutigen Zeit das Vermitteln von neuen Denkweisen wichtiger, als das Entwickeln eines neuen Produkts.”


Auch wenn ich eine überzeugte „Sowohl-als auch“-Verfechterin bin, stimme ich dieser Aussage von Maja Göpel vollends zu. Zu viel investieren wir ins Produzieren und zu wenig da hinein, wo all dieses Tun und die Produkte ihren Ursprung haben – in die Motive und Bedürfnisse, in die Denkweisen und Ansichten über die Welt und das MenschSein in der Welt. Viel zu sehr schauen wir nach Aussen, orientieren uns an Geld und Besitz. Zu oft bestimmen Macht, Sicherheitsdenken und Powergames die Show. Die inneren Anteile werden übersehen; mit einschneidenden und kostenintensiven Folgen auf diversen Ebenen. 

Das “Marketingzeitalter” der letzen 20 Jahre hat Erwartungen geschürt, die nicht erfüllt werden. Trotz “Just maximize your happiness” sind die Menschen unglücklicher und gestresster als zuvor.

Dazu kommt, dass die Herausforderungen zunehmend komplex werden. Siehe dazu auch meine Texte zu VUCA und BANI.

Uns fehlt es (noch) an den inneren Kapazitäten, um den aktuellen Herausforderungen begegnen zu können.

Von den Sustainable zu den Inner Development Goals

Im Jahr 2015 wurde ein weltweiter Dialog- und Arbeitsrahmen geschaffen, um den komplexen und drängenden Herausforderungen der heutigen Zeit in diversen Bereichen gemeinsam begegnen zu können. Die Sustainable Development Goals, SDGs sollen bis 2030 global und von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden. Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele erfordert in vielen Bereichen ein radikales Umdenken. Doch beim Umdenken stockt es.

Und darum hat eine Gruppe von Menschen rund um J. Artem Henriksson im Jahr 2019 in Schweden eine Initiative gestartet, die sich mit der nötigen Kompetenzentwicklung für Entscheidungsträger*innen beschäftigt: Die Initiative der „Inner Development Goals, IDG“ der „inneren Entwicklungsziele“. Diese IDG’s umfassen 23 individuelle Kompetenzen und Eigenschaften. Und dieses Framework der IDG hat mich 2022 so richtiggehend elektrisiert und mir den nötigen Schub für mein Engagement gegeben.

Mein Erkenntnisreichster Tag im 2022

Wie ich in früheren Artikeln erwähnt hatte, war ich auf meinem Berufsweg immer wieder an meine Grenzen gestossen, da die Probleme bei Veränderungen, die nachhaltige Erfolge verhinderten, nicht im Tun sondern vielmehr in den vorangehenden Gedankenkonstrukten und Motiven lagen. Dies hatte schon vor Jahren Klaus Doppler in seinen Change Management-Büchern beschrieben. 

Doch nun zu DEM Tag im 2022:
Es war ein sonniger Freitag im Frühling 2022. Erwartungsfrei setzte ich mich frühmorgens mit einem Tee vor meinen Bildschirm. Die Teilnahme am ersten Online-Kongress der IDG stand an. Ich kannte die Initiative nur ansatzweise, hatte noch keine Verbindung zu meinem Tun herstellen können. Aus meiner Erfahrung aus Online-Kongressen ging ich davon aus, dass mich ca. 50 % der Inputs interessieren würden und ich daher genügend Zeit für anderes haben würde. Tja, dachte ich!

Um 17.00 Uhr war ich über 8 Stunden auf meinem Sessel festgeklebt gewesen – nur um zwischendurch ganz kurz die nötigen Bio-Pausen zu nutzen. Hinter mir ein Tag voller Erleichterung, Begeisterung und Enthusiasmus. Ich war wie elektrisiert! Da war es! Die Sprache und das in der Businesswelt anschlussfähige Framework der IDG sind für mich nicht nur ein zusätzlicher wichtiger Arbeits- und Dialog-Rahmen sondern ein Geschenk! Endlich gibt es eine internationale Sprache dafür, was ich praktiziere in meinen Führungscoachings und welches ich nun (hoffentlich ;-)) anschlussfähiger würde erklären können. Inzwischen integriere ich die IDGs nicht nur in Einzelsetting-Coachings, sondern entwickle zusammen mit Esther Kühne einen Leadership-Raum. Mehr dazu dann im 2023.

Für ein zukunftsfähiges Mit-Sich und -Einander

Das Entwickeln von inneren Kompetenzen ist definitiv nicht nur ein Hobby, ein nice-to-have oder Luxusgut – es ist nötig. Das Notwendigste, was wir Menschen aktuell brauchen! Wir brauchen menschliche Entwicklung auf allen Ebenen.

Vielleicht hast du Lust damit zu experimentieren? Denn du kannst die IDGs auch wunderbar selber anwenden und damit deine inneren Kapazitäten entwickeln. Eines der 23 Skills ist die Selbsterkenntnis. Die Fähigkeit, in reflektierendem Kontakt mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Wünschen zu sein. Wie fühlst du dich gerade und wie entwickelt sich das? Mit der Mobile App Mood Meter*, welches auf jahrzehntelanger Forschung aus Yale basiert, kannst du deine Gefühlswelt erforschen und emotionale Intelligenz aufbauen.

*unbezahlte Werbung

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