Ein Kinobesuch mit Folgen

Heute erzähle ich, wie ein Kinobesuch dazu führte, dass ich mich strukturierter mit meinem Coachingverständnis auseinandersetzte, dadurch meine aktuelle Entwicklungsaufgabe nochmals klarer erkannte und was dies alles auch noch mit der keltischen Mystik und meinem Geburtsdatum zu tun hat

Es begann mit einem Kinobesuch

Im Rahmen des Films for Future-Festival in Zürich haben wir uns von einem Baum verzaubern lassen. Die Hauptrolle des Films „Le chêne“ spielt eine 210jährige Eiche, die im Loiretal lebt. Die Geschichte rund um das Universum der Eiche mit diversen Protagonisten vom Eichhörnchen über Eichelhäher bis zu Wildschweinen war 80 Minuten voller Poesie und Genuss für Augen, Herz und Ohren und bis zum Schluss unterhaltsam. Und dies, obwohl der ganze Filme ohne ein Wort auskommt! Oder gerade deshalb? Der Film läuft ab Januar offiziell in den Kinos und ich kann ihn allen empfehlen, die sich gerne von Wäldern und Naturbildern verzaubern lassen.

Ich bin überzeugt, dass wir durch das Beobachten der Natur viel mehr über Systeme und über uns lernen können. Und so liess ich auf dem Heimweg durchs nächtliche Zürich meine Gedanken schweifen. Die Eiche bietet Raum für Lebewesen mit unterschiedlichsten Ansprüchen und ich entdeckte eine interessante Parallele zu meiner Aufgabe als Coach/Beraterin und zu meinem sich über die Jahre entwickelnden Coachingverständnis.

Warum ich auf die skurrile Idee komme, mich mit den Eigenschaften einer Eiche vergleichen zu wollen?! Dazu im letzten Abschnitt mehr. Denn es besteht tatsächlich eine Verbindung zwischen Bianca und Eichen :-).

Mein – sich stetig entwickelndes – Coachingverständnis

Seit 2010 bin ich als Coach tätig und habe in dieser Zeit nicht nur meine Erfahrung und mein theoretisches Wissen erweitert, sondern auch mich selbst verändert. Ich bin gewachsen – grösstenteils selbst gewollt, teils hat mich das Leben dazu „gezwungen“.

Was sich wie ein roter Faden durch mein Verständnis als Coach zieht, ist eine achtsame Beziehungsgestaltung und ein stetig wachsendes Gespür für das Individuum Mensch. Ich lasse mich immer wieder neu auf mein Gegenüber ein und überraschen.

Was sich stetig im Fluss befindet ist, wie ich den Raum und den Prozess mit dem jeweiligen Gegenüber gestalte.

„Wer als Werkzeug einen Hammer hat …“

Ich beobachte immer wieder, dass Coaches viel zu sehr auf ihre Toolbox achten und zu wenig Verständnis dafür haben, WER ihnen gegenüber sitzt. Nicht nur welche Person/Funktion sondern insbesondere, aus welchem Modus diese Person denkt und handelt. Wir Menschen sind geprägt. Unter anderem durch unsere Persönlichkeit, durch unser Umfeld und insbesondere auch durch die individuelle persönliche Reife. Die übrigens nichts bzw. nicht zwingend mit einer höheren Funktion/Position oder Alter korreliert.

Den Menschen und seine Fragen im Fokus

Von den Prägungsfaktoren sind die Coaching-Fragestellungen abhängig und erfordern eine passende Gestaltung der Zusammenarbeit. In meiner Praxis begleite ich – oft im Auftrag von Unternehmen – unterschiedlichste Menschen mit entsprechend diversen Funktionen vom Fabrikarbeitenden mit einer kognitiven Einschränkung bis zur Konzern-Top-Managerin. Und die Fragestellungen sind entsprechend divers! Und genau das fasziniert mich.

Zurück dazu, was sich gewandelt hat und war mir sehr bewusst wurde. Insbesondere auch durch theoretische Kenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und den Evolutionstheorien wie Spiral Dynamics beispielsweise.

Zu Beginn meiner Coachingtätigkeit hielt ich mich sehr an die Ideen der Coachingschulen wie bspw: „Ratschläge sind Schläge, nicht zu freundschaftliche Beziehung, ja keine Tipps geben, denn jeder Coachee hat die Lösung in sich uvm.“ Viele dieser „Vorgaben“ basieren auf einem Menschenbild und einer entsprechenden Entwicklungsstufe. Doch gewisse lösungsorientierte Fragen oder systematische Aufgaben überfordern bspw. impulsgesteuerte Menschen. Da braucht es zusätzlich andere Interventionen.

Die vielen Rollengesichter im Coaching

Mithilfe der Theorien aus der Thematik der Entwicklungspsychologie (Jane Loevinger, Rob Kenan, Jean Piaget etc.) würde ich meine Rolle je nach Reife/Fragestellung des Coachees folgendermassen zusammenfassen:

impulsgesteuert, strebt nach Bedürfnisbefriedigung – Case Managerin
gemeinschaftsbestimmt, strebt nach Zugehörigkeit – Lehrerin
rationalistisch, strebt nach Kompetenz und Individualität, wollen hören was richtig/falsch ist – Expertin
eigenbestimmt, strebt nach selbstgesteckten, sinnvollen Zielen – Coach / Motivatorin
relativierend, ist flexibel im Denken und möchten sich entwicklen – Dialog- und Sparringpartnerin

Meine aktuelle persönliche Entwicklungs-Heraus-Förderung

Meine Rollen sind breit, bunt und weitwurzlig. Und wie vermittlich ich das kurz und klar? Wie zeige ich das im Aussen? Die Expertenwelt und auch ich wünschen eine klare Bezeichnung und ein Branding. Und daran feile ich inzwischen seit längerem. Dazu gehört auch, dass ich meine relativierende Ausprägung weiterentwickle und mich von der Breite der Fragestellungen und entsprechend der Breite meines Angebotes verabschiede und wieder mehr Fokus finde.

In den nächsten Blogbeiträgen werde ich euch gerne zu Beispielen und Erfahrungen in meinen unterschiedlichen Rollen mitnehmen. Allenfalls kann das für euch hilfreich sein, falls ihr eine Frage habt und dafür auf der der Suche nach einem passenden Coach und dessen Werkzeug-Kasten seid. Und allenfalls bringt mich das Schreiben auch näher zu meiner Kern-Aussage :-).

Nun noch wie angekündigt mein besonderer Bezug zur Eiche.

Zufällig bin ich vor Jahren via die keltische Mythologie auf die Geschichte und die Horoskope der Lebensbäume gestossen. Und gemäss dieser Tradition bin ich einer Eiche stark verbunden. Du kannst dein Lebensbaum via Geburtsdatum bestimmen. Kategorisierungen sind immer mit nötiger Bewusstheit zu geniessen und doch finden sich gewisse Ermunterungen und wenn ich wirklich auch nur einen Teil der Eiche-Stärken auch verkörpern kann, dann freut mich das sehr!

Abschliessend ein wunderschönes Gedicht zu einer Eiche von Johnny Ray Ryder:

A mighty wind blew night and day. It stole the Oak Tree’s leaves away.

Then snapped its boughs and pulled its bark until the Oak was tired and stark.

But still the Oak Tree held its ground while other trees fell all around.

The weary wind gave up and spoke, How can you still be standing Oak?”

The Oak Tree said, I know that you can break each branch of mine in two,

carry every leaf away, shake my limbs and make me sway.

But I have roots stretched in the earth, growing stronger since my birth.

You’ll never touch them, for you see they are the deepest part of me.

Until today, I wasn’t sure of just how much I could endure.

But now I’ve found with thanks to you, I’m stronger than I ever knew.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s