Wie stoppen wir unser Handlungs-Hamsterrad?

Nicht immer führt eine in bester Absicht ausgeführte Handlung zum gewünschten Ergebnis. Manchmal bewirken wir mit unserem Tun das glatte Gegenteil von dem, was wir beabsichtigt hatten.

Selten ist mehr von demselben zielführend

Rolf ist ein dynamischer, knapp 40jähriger Mann. Er ist im mittleren Management im Finanzbereich tätig und aufgrund enormer Arbeitsmengen seit Monaten überlastet. Es fehlt an Personal. Für die vakanten Stellen in seiner Abteilung finden sich keine passenden Bewerbenden. Zudem sind zwei Kollegen seit dem Frühling 22 krankheitsbedingt abwesend. In Rolfs Highperformance-Umfeld gilt Überlastet-sein als normal und als ein Zeichen von Engagement und Wichtigkeit. Diese Unternehmenskultur kann Rolf nur bedingt beeinflussen.

So überlegte Rolf, was er bei sich selber ändern kann und seine automatische Reaktion auf die weiter zunehmende Arbeitsflut sah folgendermassen aus: – noch besser priorisieren – noch mehr arbeiten und – sich selbst noch effizienter und perfekter organisieren (weniger Schlaf, Sport, Soziale Kontakte, Nichtstun …).

Das ging eine Weile gut. Doch irgendwann sind auch die fittesten Manager müde. Peter unterlaufen inzwischen ungewohnt gravierende Konzentrationsfehler. Er ist vergesslich, sehr ungehalten mit sich und anderen, zunehmend frustriert und leidet unter Schlaflosigkeit. Nach Aussen gibt er sich souverän. Nur in der Beziehung kann er sich nicht so gut verstellen.Ein Gespräch mit seiner Lebenspartnerin brachte ihn dazu, sich Gedanken über seine Situation zu machen und Unterstützung zu suchen.

Wir sehen die WElt nicht wie sie ist, sondern wie wir sind. (Talmud)

Gemeinsam sind wir im Rahmen eines Coachings am Entdecken von Rolfs Motiven und Bedürfnissen, um daraus einen Weg aus seinen starren Reaktionsmustern zu finden. Nicht, dass diese Muster nur schlecht wären. Grundsätzlich gilt, dass jeder von uns für alles, was er tut – oder auch nicht tut – gute Gründe hat. Nur: nicht immer ist einem die Motivation dahinter bewusst. Das Resultat: Mit schlafwandle­rischer Sicherheit bereiten wir uns selbst und anderen Menschen mehr Schwierigkeiten als uns lieb ist.

Mit dem Enneagramm zu mehr Selbst-Verständnis

Unseren Motivationen und Beweggründen können wir uns auf verschiedenen Wegen annähern. Ein Weg liegt in der Arbeit mit dem Enneagramm. Das Modell beschreibt neun Wahrnehmungs-, Denk- und Fühlmuster die uns steuern. Diese Muster führen dazu, dass wir unbewusst einem “Handbuch” folgen. Der Vorteil: wir sind so vor der Wiederholung von negativen Erlebnissen geschützt. Der Nachteil: wir sind eingeengt, weil wir einzig alte Antworten auf neue Fragen in unserem Leben haben. Und so können wir auch dem Wandel generell nicht angemessen begegnen.

Rolfs – in vielen Situationen passende – Strategie von Perfektionieren und mehr Leisten hat ihn auf der Karriereleiter weit gebracht. Allerdings benötigt er nun alternative, zusätzliche Handlungsmuster, um gesund zu bleiben. Mit Unterstützung des Enneagramms als Modell sind wir nun daran, seine Verhaltensautomatismen

– bewusst zu machen
– wertzuschätzen und mit Leichtigkeit und Humor zu beobachten und
– zu relativieren lernen

um schlussendlich Freiräume für angemesse Alternativen finden zu können.

Dabei leitet mich in meiner Arbeit mit dem Enneagramm nicht eine dogmatische Absicht oder Einteilung in “Typen”, sondern vielmehr das Erkennen, Erleben und Verstehen der Muster und der dahinter versteckten Beweggründe. Erste Einblicke in die Arbeit ins Enneagramm biete ich im 2022 noch zweimal in an. Sowohl für den Kurs „Menschenkenntnis für medizinische Praxispersonal“vom 13.10. Wie für die Kurzauszeit im Piemont ab dem 19.10. gibt es noch ein paar wenige freie Plätze.

Wenn du dich lieber alleine auf den Enneagrammweg begeben möchtest, findest du viele entsprechende Websites, Filme auf YouTube oder auch Bücher. Du wirst bestimmt diejenige Informationsquelle finden, die zu dir und deinen typenindividuellen Motiven passt. #trusttheprocess

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