Das Ziel ist nicht zu verstehen, sondern Fortschritte zu machen

Mein heutiger Beitrag ist zweigeteilt.

Er besteht aus einem Blogpost mit einer Doppelfrage als Inspiration sowie zusätzlich aus einem etwas längeren Einblick in mein Tun. Darin beschreibe ich meine Antworten und zu den Inspirations-Fragen. Die ausführlichere Version ist insbesondere für diejenigen gedacht, die sich dafür interessieren, woran ich aktuell arbeite, wie ich das was ich tue angehe und wie ich einen Weg zu meinen Antworten fand.

Fragen gern haben

Als Kind war ich der Überzeugung, dass ich irgendwann im Beruf und im Leben angekommen sein werde. Und alles weiss. Heute, über 30 Jahre später, weiss ich zumindest eines – dass es nicht so ist und dass ich froh bin darüber!

Statt Antworten habe ich auf meiner Lebensreise Fragen gefunden und Demut betreffend was ich glaube, wissen zu können. Mir hilft Vertrauen ins Leben, und der Glaube daran, dass es mir die nötigen Antworten liefert. Sofern ich achtsam bin. Ich habe gelernt, nicht die Erwartung zu haben, immer eine Antwort zu finden, sondern wie R.M. Rilke schreibt:

“ … man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.”

Zwei Fragen, die mich immer wieder beschäftigen und die ich gerne teilen möchte lauten:

Wo engagierst du dich und auf welche Frage der Menschen bist du die Antwort? 

Wünsche dir viel Freude beim Antworten für dich suchen. Und beim Relaxen im/am Wasser oder beim Spazieren oder Nachdenken in deinem Büro.

Nun für alle, die finden, ist ja einfach die Frage zu stellen und das wars dann. Für diejenigen die sich dafür interessieren wie das bei mir aussieht und womit ich mich so beschäftige und wie es dazu kam.

Wo engagiere ich mich und auf welche Frage versuche ich Antwort zu sein?

Ich hole kurz aus in mein “Warum ich das alles tue“. Alles ist im Fluss und darum hat eine Antwort auf Fragen im Titel das Prädikat: “aktuell gültig”. Dagegen hat mein “Warum”, welches dahinter steht, eher einen steten Charakter und lautet:

Bewusstseinswandel mitgestalten. Mich für ein zukunftsfähiges Mit-Sich und -Einander engagieren. 

Ich setze mich ein für Kooperation statt Konkurrenz durch die Verbindung von Ratio, Intuition und Herz. Mit Humor, Zuversicht und Natürlichkeit und gesunder Professionalität als Gegensatz zu Ernst- und Zweckhaftigkeit, zu Angst vor Verlust und Wandel, zu Getrenntsein – insbesondere von der Natur.

Doch zurück zur Frage:

Wo engagiere ich mich …?

In kleinen Settings mit (Führungs-)Personen sowie in Gemeinschafts-Projekten, die sich mit Bewusstseinswandel beschäftigen.

… und wie kam es dazu?

Es begann im März 2020. Damals habe ich während und wegen des Lockdowns alle HR-Projektmandate verloren, welche eine Ergänzung zu meinen Coachings waren. Dafür kam eine neue Rolle auf mich zu. Als Case Managerin war ich im Auftrag von Arbeitgebern ebenfalls eine Art Projektleiterin. Mein Auftrag war es, erschöpfungskranke Menschen möglichst zeitnah und nachhaltig in den Arbeitsprozess zu re-integrieren. Dies in komplexen Systemen mit diversen Anspruchsgruppen und Erwartungen bestehend aus Kunden und Auftraggebern, dem persönlichen Umfeld der Kunden, Ärzten, Psychiatern, Therapeuten und Sozial- und Taggeldversicherungen. Die Aufgabe war gleichzeitg erfüllend und ermüdend. Und teils frustrierend. Denn einerseits war die Arbeit wertvoll – andererseits ein Tropfen auf den heissen Stein. Die vergangenen zwei Jahre haben eine seit Jahren latent vorhandene Entwicklung was psychische Arbeitsausfälle angeht akzentuiert. Und ich re-integrierte Menschen in Systeme, die oft krankmachend waren. 

Dazu kam das, was David Graeber in seinem Buch “Bullshit Jobs” so prägnant wie provozierend auf den Punkt gebracht hat: Dass ein Grossteil heutzutage verrichteter Arbeit sinnlos ist und keinen gesellschaftlichen Nutzen erbringt. Graeber: „Wir haben uns zu einer Zivilisation entwickelt, die auf Arbeit basiert; nicht einmal auf „produktiver Arbeit“, sondern auf Arbeit als sinnlosen Selbstzweck. Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass Männer und Frauen, die nicht härter arbeiten, als ihnen lieb ist, und zwar in Berufen, die ihnen nicht besonders viel Spaß machen, schlechte Menschen sind.“

Aber wo könnte ich ansetzen? Ich als “kleine” Person im doppelten Sinne … ? Die ganze Situation ist so komplex, dass es nicht nur einen oder zwei Gründe dafür gibt und daher auch nicht nur den einen Hebel und so schlau und erfahren bin ich auch nicht und überhaupt was kann denn schon eine Person bewirken? So ging es in meinem Kopf zu und her. Da erinnerte ich mich an einen Hinweis zu Karien O’Brien und ihren Aussagen zu “You matter more than you think. Und so habe ich für mich folgende zwei “Hebel” gefunden:

Hebel eins: Für mehr Bewusstheit sorgen auf Ebene Individuum – und zwar im Unterschied zum Case Management – VOR dem Krankwerden

Hebel zwei: Durch Mitarbeit in grösseren Systemen und Kollaborationen. Einerseits in bestehenden Organisationen (wie bspw. Integrale Politik wo wir Selbstorganisation einführen) und andererseits mit Menschen die ein ähnliches WARUM antreibt (wie der Magic Campus, Retreats zum Thema Umgang mit Wandel, Wirkshops im Bereich Selbstmanagement , Enneagramm und eine schon bald eine Leadershipweiterbildung basierend auf dem IDG-Framework)

Auf welche Frage ich die Antwort bin?

Auf die Frage: Wie balanciere ich mein Tun und Sein um gesund bleiben und wirken zu können

Wie?

Ich bin überzeugt, dass viele psychische Ausfälle damit zu tun haben, dass Menschen sich sehr im Aussen beschäftigen und dies auch müssen. Das UptoDate-Bleiben mit neuen Technologien, Organisationsmodellen und vielen spannenden Trends benötigt Energie. Doch es reicht nicht aus, neue Tools und Prozesse kennenzulernen, anzuwenden sowie sich entsprechendes Verhalten und Know How anzueignen. Auch unser Innen – wie u.a. unser Selbstwertgefühl und -management sollte ins Blickfeld kommen und sich adaptieren.

Wann hast du das letzte Mal über dein Leben reflektiert? Über die Rollen die du spielst? Über Sinnhaftigkeit und Ziele?

Zugegeben: Innerwork kann anstrengend sein und die Ergebnisse daraus lassen sich nicht so gut darstellen oder verkaufen. Ein fancy Jobtitel oder ein Diplom kann ich rasch in den sozialen Medien veröffentlichen; auch Veränderungen am Aussehen sind einfacher sichtbar. Wie wäre es, wenn ich das auch wirklich spüre und verkörpere was ich zeige? Entspricht mein Image – Bild das ich von mir zeige – auch dem was ich im Innern spüre? Will ich wirklich in diesem Umfeld tätig sein und diese Karriere weiterverfolgen oder schlägt mein Herz für was ganz anderes? Wenn wir nachhaltig “gesund” sein möchten, ist Innerwork und Bewusstseinsarbeit nötig.

Da setze ich an und inspiriere oder begleite Menschen auf dem Weg, Vertrauen in sich, ihre eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu gewinnen. Nur wer sich selbst vertraut, wird kleine Veränderungsschritte in Angriff nehmen, wird sich trauen, etwas anderes zu tun als bisher. 

Einen besonderen Hebel sehe ich in Zeiten steten Wandels bei den Führungskräften. Wandel braucht Führung und dies braucht zu aller erst Selbstführung und Wandlungsfähigkeit sowie ein Bewusstsein für lebensbejahendes Leadership. Wer eine moderne Leaderin sein möchte, muss einerseits offen mit der Vielfalt von Arbeitskräften und -modellen umgehen, ein digitales und agiles Umfeld etablieren und andererseits Mitarbeitende coachen und empowern können. Es braucht ein Multitalent, welches sich selber sehr gut kennt und einen gesunden Umgang mit seinen Energien sowie mit Macht pflegt. Eine Person, die verschiedene Perspektiven eingehen, Vertrauen schaffen, motivieren und Emotionen zulassen kann und weiss, was sie nicht kann.

Doch: In Antworten hineinleben generiert neue Fragen

Wie erwähnt befinden sich mein “Wo” und “Wie” ich mich engagiere in einem steten Entwicklungsprozess. Und bringen immer wieder neue Fragen mit sich. Wie beispielsweise die Frage die sich mir und meinen Kooperations-Partnern*innen gerade stellt:

Wie generiere ich mit oder neben den spannenden, teils Benevol- oder sich noch im Aufbau befindenden Projekten genügend Geldfluss um mein Einkommen sicherstellen zu können? Soll ich zurück dahin wo ich mich bereits gut auskenne und finanzielle Sicherheit finde? Dazu meine Antwort die ich mir selber immer gebe in den Worten von Thomas Zurbuchen, dem Direktor der NASA: „Ich bin lieber mit einer kleinen Zehe in einem unverständlichen Ozean, als in einem kleinen Kasten, in dem ich alles verstehe.“ Und ich bin zuversichtlich, dass ich auch in dieser Frage, zusammen mit den wertvollen Menschen mit denen ich zusammenarbeiten darf, in Antworten hineinleben werde. 

Falls du bis hierhin mitgelesen hast, hoffe ich, ich konnte dich etwas motivieren immer wieder neue Erfahrungen zu geniessen, deine Hebel zu finden und versuchen, geduldig in Antworten hinein zu leben. Und falls du Begleitung suchst findest du hier Angebote.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s