Tolle Anstellungsbedingungen – DAS Kriterium für die Jobwahl?

Standortbestimmungen sind gefragt

Ob es nun der 30jährige Dr. der Ökonomie, der 60jährige Informatiker, die 50jährige Scrum Masterin oder die gleichaltrige Teamleiterin ist, alle vier beschäftigen sich diesen Sommer mit der Frage: “Wo soll es beruflich hingehen?”

An Stellenangeboten mangelt es aufgrund der momentanen Arbeitsmarktlage gar nicht mehr so wie auch schon. Und doch tun sich alle schwer mit dem Entscheid zu einem Wechsel bzw. mit einem überzeugten Ja zu einem Angebot. Was müsste sein am neuen Ort? Womit möchten sie sich beschäftigen? Das sind einige der Fragen, die sie sich stellen.

Welche Aspekte spielen beim Jobwechsel eine Rolle?

Wie ich soeben gelesen habe, spielen vor allem zwei Aspekte bei einem Jobwechsel eine Rolle:
1. Lohn und 2. bessere Arbeitsbedingungen.
Welche Rolle spielen die Bedürfnisse der Arbeitnehmer? In der Schweiz wie auch in den USA möchte man bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Das war aber schon immer der Fall. «In einem so angespannten Arbeitsmarkt gibt es mehr Spielraum für Lohnverbesserungen, aber auch für das Arbeitsverhältnis. Man verhandelt nicht nur über Löhne, sondern auch über Flexibilität oder Homeoffice beispielsweise», sagt der Arbeitsmarktexperte.
Quelle: SRF-Website, News 12.07.22

Spannend, und dennoch: zwei der vier von mir erwähnten Coachees haben aktuell Angebote vorliegen, bei welchen diese beiden Aspekte sehr gut erfüllt sind. Und dennoch zögern sie. Warum? Wäre ja von aussen gesehen alles tipptopp!

Doch daran liegt es, an den “einseitig äusseren Bedingungen”. Ich stelle in keiner Weise die Aussage des Experten in Frage, bin jedoch aus meiner Praxiserfahrung überzeugt, dass sie nicht vollständig ist.

Tolle Anstellungsbedingungen und zeitliche Flexibilität oder Themen wie Homeoffice sind nicht nur verlockend. Sie sind wichtig! Doch was sich in meinen Coachings immer wieder gezeigt hat, ist, dass viele Menschen trotz toller Bedingungen nicht happy sind im Job und im traurigsten Fall krank werden. Oft hat es damit zu tun, dass sie nicht so schlecht Geld verdienen für etwas, was wenig Mehrwert (oder einfach auch zunehmend wenig Mehrwert aus ihrer Sicht) generiert. Meist sind es Menschen aus dem mittleren Management. Und so höre ich auch immer wieder “aber immerhin die Anstellungsbedingungen stimmen”. Hört sich nach einem goldenen Käfig an. Irgendwie traurig, denn es geht um nichts Geringeres als unsere Lebenszeit. Das Wertvollste was wir haben. Ist dies ein Schmerzensgeld wert? Unter Umständen: ja – dazu gleich mehr.

Ich bin überzeugt, dass Menschen etwas Sinnhaftes gestalten oder beitragen möchten. Und keinen Bullshit-Job erledigen möchten. (Begriff durch David Graeber geprägt). Oder wenn, dann vorübergehend und sehr bewusst – beispielsweise um bestimmte Erfahrungen sammeln zu können.

Welche Kriterien sind dir bei der Jobwahl wichtig?

Zurück zu meinem Praxisalltag und was wir in den Standortbestimmungen anschauen wenn es um die Jobsuche geht:
– Einerseits äussere und sichtbare Faktoren wie Umfeld, Arbeitsbedingungen, Inhalte des Jobs, wie diese mit meinen Kompetenzen/Stärken oder auch jenen die ich noch erlernen möchte, übereinstimmen etc. und
– Andererseits gehen wir auch den inneren Bedürfnissen wie Werte, Mindset, Überzeugungen und Persönlichkeit sowie der Vision des Lebens nach

Dies unterstützt u.a. durch Modelle aus der integralen Theorie und Praxis oder auch den Logischen Ebenen.

Und nun wechseln alle in einen Job der nur den inneren Faktoren und Wünschen entspricht? Nein, denn es geht nicht um ein Entweder/Oder – es geht darum, eine gute und für die Person passende und mögliche Balance zwischen den beiden Aspekten zu finden.

Es muss nicht immer ein Wechsel sein

Auch wenn Coachees nach einer Standortbestimmung in Jobs oder Branchen bleiben, in denen das Äussere mehr wiegt für sie (oder in der aktuellen Lebenslage einfach auch mehr zu gewichten ist) dann tun sie das bewusster. Und suchen allenfalls Erfüllung in nebenberuflichen Engagements. Allerdings hat summa summarum die Anzahl der Coachees, die Sinn gegenüber Geld oder Inneres gegenüber Äusserem stärker gewichten in den vergangenen 2 Jahren zugenommen. Deutet dies auf einen Trend hin? Darauf, dass doch ein Paradigmenwechsel oder vielmehr eine Integration und Ergänzung ansteht? Ich glaube daran!

Und was sind deine Erfahrungen? Welche Kriterien sind dir bei der Jobwahl wichtig? Und wie gut lebst du diese Gewichtung aktuell?

eigenes Bild: Findhorn Foundation, Juni 2022

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