Jeder denkt von sich selbst, ein “guter” Mensch zu sein.

Was, wenn alle recht haben?

Tief in uns drinnen sind wir kooperativ, freundlich, liebevoll, altruistisch – kurzum: gut. Und es sei nicht die Zivilisation und all die Gesetze die wir haben, die uns davon abhalten, einander zu betrügen oder aufeinander loszugehen. Das sage nicht ich, sondern das schreibt Rudger Bregman in seinem Buch “Im Grunde gut”.

Ich hatte das Buch im Frühjahr 2020 innert weniger Stunden verschlungen. Ich suchte nach Erklärungen für etwas, was mir Hoffnung gab und gibt. Dieser Glaube ist in meinem Leben immer wieder auf die Probe gestellt worden. Sei dies, indem ich mich ausnutzen liess. Und dies notabene aufgrund einer naiven Haltung auch zugelassen hatte….. Sei dies, weil ich gewisse eigene Verhaltensweisen oder Gedanken alles andere als “gut” finde. Mir sind einige egoistische und sehr selbstzentrierte Menschen begegnet und auch ich selbst bin nicht immer nur altruistisch unterwegs und wurde schon als Egoistin bezeichnet. Und dennoch glaube ich ans sogenannt „Gute“. Das, was ich als das “Respektierende, Verbindende, Nachhaltige alles-Leben-Unterstützende” bezeichnen würde. Und versuche mich in mir und im Tun dafür einzusetzen.

Wie kommen wir zum „Guten“ TUn?

Dazu ein Beispiel aus meiner Coachingpraxis:

…”ich mache es immer noch. Das in den Fight mit dem Arbeitgeber zu gehen … obwohl ich vor langer Zeit ein super Coaching von dir erhalten habe. Es war vor 10 Jahren und solche Sätze von dir wie “jeder bringt seinen Rucksack mit, auch eine vorgesetzte Person“ sind mir bis heute geblieben” …

Diese Zeilen hat mir vor wenigen Wochen eine ehemalige Kundin geschrieben. Auch wenn sie noch immer “in den Kampf einsteigt” scheint sie es doch bewusster zu machen.

Ich durfte sie im Rahmen eines Outplacements begleiten; also nach der Kündigung durch den Arbeitgeber in dessen Auftrag bei der beruflichen Neuorientierung. Auf den ersten Blick zeigte es die einfache Situation, dass der kündigende Arbeitgeber der Böse ist und der Arbeitnehmer der Gute und das Opfer. Und ja, das kann auch wirklich ausnahmsweise der Fall sein – ich habe auch schon Vorgesetzte mit einer gewissen Persönlichkeitstypologie erlebt, welche ihre Macht missbrauchten. Doch in der Regel empfinden die Kündigenden die Situation mindestens so unangenehm wie das “Opfer”.

Da helfen ein Re-Framing und Wahrnehmungs- und Bewusstseinsarbeit um einerseits von der Opferrolle zurück ans Lebenssteuer zu finden und andererseits auch die Hand dem Gegenüber reichen zu können. Es ist wichtig, wieder ins eigenverantwortliche Tun zu kommen. Und ein Auseinandergehen mit gutem Gefühl tut zudem gut.

Und zum „guten“ Sein?

Das trennende Denken und die zunehmende Polarisierung macht mir persönlich zu schaffen und verleitet mich auch hin und wieder in das “einfache” Gut/Böse- oder ins Sündenbocktheorie-Denken abzugleiten. Für einen Moment, um dann festzustellen, dass die Welt zu komplex ist und es nicht nur Schwarz und Weiss gibt.

Was kann ich da tun?

Wenn ich selber unsicher oder unzufrieden bin, dann zeigt sich das auch im Aussen (siehe dazu das Thema Projektion) und daher bin auch ich nach Jahren noch daran zu versuchen, mich selbst und mein Verhalten in – immer wieder neuen – Situationen, die das Leben so bietet, zu reflektieren und entsprechend anzupassen. Und mich mit Gleichgesinnten auszutauschen und weiterzubilden und möglichst breit zu informieren. Das erstere – das Sich-Kennenlernen – ist meine heutige Einladung an dich.

Auf zur Selbst-Wahrnehmungs-Entdeckungsreise

Beginne dich und deine Persönlichkeitsanteile zu verstehen. Damit, all die wunderbaren Dinge in dir zu entdecken und herauszufinden was dich triggert, was dich dazu bringt gewisse Dinge zu fühlen oder in gewissen Situationen zu agieren und was dich antreibt. Dich verstehen zu lernen aus einem empathischen, guten und liebenden Blickwinkel heraus. So kannst du auch die ungeliebten Anteile und deine Ego-States verstehen lernen und irgendwann sogar loslassen. Das bringt Gelassenheit und inneren Frieden. Und das meine ich, wenn ich jeweils Bilder poste mit “Der Frieden beginnt im Innen”. Er beginnt in jedem von uns. Zuerst sollten wir mit uns selbst Frieden schliessen. Denn wir gestalten die Welt im Aussen aus unserem Inneren. Und können noch emphatischer auf andere zugehen und uns in sie hineinversetzen.

Ende Gut, alles gut?

Schön wärs. Das ist nicht die eine Lösung für alle Probleme. Und auch nicht einfach. Und doch können wir alle etwas beitragen. Und auf uns selbst und einander zugehen. Solange wir in der Haltung und dem Mindset des “ich habe recht” “ich bin auf der guten – du auf der bösen Seite” verharren, können wir komplexe Herausforderungen nicht lösen und auch keine dritten Lösungen finden, sondern bestenfalls Kompromisse.

“Eigentlich” wollte ich diesen Text gar nicht in einem grösseren Kontext darstellen. Und doch hängt alles zusammen. Und darum zum Abschluss eindrückliche Worte von Charles Eisenstein aus seinem Essay “Field of Peace” vom 28. Februar 2022:

“May we be free of all vestiges of the habit of organizing the world into good guys and bad guys. May we see and cease our own role in the creation of enemies. May we believe so strongly in the possibility of compassion of others that we become a walking invitation that calls it forth into reality. And finally, as we live this prayer, may we see it reflected in global events. In fact, let us insist that it be so.”

Ein Kommentar zu „Jeder denkt von sich selbst, ein “guter” Mensch zu sein.

  1. I’m not free
    my habits

    what is bad for one
    is good for the other

    the greatest enemy
    am myself

    I don’t believe in evil
    and not of the good
    the other

    i always try
    me between the two
    to decide for the better

    the reality of the soul
    tests me in the day
    remembering my actions

    at night
    through insight
    in the dream
    about myself
    to become more aware

    the world is good
    we are in doubt
    to action
    when failing
    also to take responsibility

    no one in this world
    Is it possible
    to look inside someone else

    is even more difficult
    in their own abysses
    About yourself
    to become more aware

    to tolerance
    to all beings
    and human
    the living on earth

    I don’t know about the we
    even less myself
    with my guilty conscience

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