Geschenke und Herausforderungen 

Mein Jahresrückblick- und Ausblick …

Auch das vergangene Jahr hat mir bis heute dem 2. Adventssonntag – und wahrscheinlich auch dir – ausreichend Gelegenheit für persönliches und berufliches Wachstum geboten. Besonders eindrücklich waren einige Flow- und Gänsehautmomente oder anders gesagt Erfahrungen, die ich in Verbindung mit anderen Menschen machen durfte und die mir einen Hinweis dahingehend gaben, was ich künftig vermehrt mitgestalten und in die Welt bringen möchte.

Doch der Reihe nach. Falls du Lust hast, mehr zu erfahren, dann lade ich dich nun ein in Jahresrückblickgedankenreise, die sich während des Schreibens irgendwie zu einer Standortbestimmung weiterentwickelt hat. Nun aber geht’s los:

Alles beginnt mit bewussterem Wahrnehmen
Seit wenigen Jahren pflege ich mit einer Kollegin zwei hilfreiche Traditionen: Einerseits ziehen wir uns gegen Ende Jahr zu einem halbtätigen «Retreat» zurück und tauschen uns rück- und ausblickend zu unserer beruflichen und persönlichen Entwicklung aus. Und andererseits üben wir uns im Beobachten unserer Wachstumsprozesse indem wir monatlich die gemachten Erfahrungen schriftlich festhalten.

So war ich also vor ein paar Tagen unterwegs nach St. Gallen. Und wie immer dachte ich während der Zugsfahrt: «das Jahr ist nur so vor sich hin gerast und eigentlich bin ich nicht wirklich einen Schritt weiter». Dies hat unter anderem damit zu tun, dass ich nicht automatisch bewusst zurückschaue; ich bin in Gedanken vielmehr in der Zukunft zu finden. Und da hilft eben auch unser zweites Ritual mit dem Festhalten der Erfahrungen. Auf diese Weise setzen sich die Puzzleteile diverser Erfahrungen retrospektiv irgendwie verständlich zusammen und ergeben (m)einen roten Lebensreise- oder -aufgabefaden.

Du ahnst es: nach dem Austausch und dem nochmaligen Lesen der Monatsberichte war klar, dass in diesem Jahr doch einiges passiert ist. Und dass diese Erfahrungen und das Reflektieren darüber mir Hinweise darauf geben, worauf ich mich im 2022 mehr fokussieren möchte. Und das hat mit Folgendem zu tun:

Was mich generell bewegte und interessiert
Die vielen aktuellen Herausforderungen können wir nicht nur mit den bekannten mechanistischen und meist zu rationalen Hierarchiegedanken, Strukturen und Paradigmen bewältigen und noch viel weniger schafft dies jemand alleine in seiner «Experten-Bubble» (weshalb das Wort Experte*in für mich das Unwort des Jahres 2021 ist, erzähle ich in einem anderen Blog). Ich bin überzeugt, es braucht ein neues Miteinander und ein neues WIR in welchem wir uns «ganz» begegnen – also mit Kopf, Herz und Bauch. Und das bedingt einerseits weniger Distanz zu unserem Selbst und andererseits zwischen uns und der Natur. Dass wir uns vermehrt als Menschen von Herz zu Herz begegnen und nicht in unseren Rollen mit den entsprechenden vermeintlichen Verhaltenskodex’. Wieso kann jemand als Privatperson sehr herzlich und aufgeschlossen sein und dann im Berufsleben kalt, distanziert und rational-berechnend Ego-zentrisch auftreten? Und schon findet sich ein neues Blogthema, denn ich bin ja sicherlich da keine Ausnahme, vielleicht nicht so krass, aber wenn es kein Thema bei mir wäre, würde es mich ja nicht triggern… Aber zurück zum Thema Jahresrückblick:

Was mich konkret bewegt
Durch Selbstkenntnis und Persönlichkeitsentwicklung versuche ich als Coach bereits seit 10 Jahren einen Teil zu einem neuen WIR und einem friedlicheren und gerechteren Miteinander beizutragen. Doch was kann ich zu einem systemumfassenden Paradigmenwechsel von mechanistisch-kontrollierend zu mehr natur- und lebensbejahend beitragen, so dass sich Menschen auch in unsicheren Zeiten gesünder fühlen ganz konkret Tun? Ich glaube, dass ich mir diese Frage lange falsch oder zumindest halbfalsch gestellt habe. Es geht nicht nur ums «Tun»! Es bedingt vorerst vielmehr unsere Haltung, unser Sein und das Bewusstsein worauf wir unsere Energien lenken und was wir dann ausstrahlen. Also lautet die Frage auch noch: und wie komme ich mehr ins Sein?

Und was ich dafür getan habe oder zu tun und sein versuche
Indem ich bei mir beginne. Seitdem ich vermehrt versuche, im Moment zu sein (was mir immer öfter aber längst nicht immer gelingt ;-)) und mir zudem bewusst «Sein-Zeit» gönne um dies zu üben, sei dies in Form von Achtsamkeit oder in die Stille gehen, bin ich mir selber oder vielmehr meinem Selbst näher gekommen; ich nenne sie mal meine inneren «Instanz» von wo aus ich mich auch beobachten kann. Zugegeben, ich habe doch auch etwas dafür getan, nämlich mir bewusst Räume und Zeit schaffen. Und zudem habe ich – ganz Gewohnheitsmensch – doch auch noch etwas ganz Konkretes getan – mich weitergebildet:

Lesend, erfahrend und austauschend u.a. zu integralen und zukunftsgestaltenden Theorien und insbesondere durch die Ausbildung zur Social Architect habe ich erfahren dürfen, wie Räume gestaltet werden können, in welchen wir nicht wie bisher für die Lösungssuche einzig unsere Erfahrungen recyceln, um dadurch vermeintlich neue Lösungen zu finden, sondern vielmehr ein tieferes Verständnis für ein Wirken aus der Zukunft finden.

Passend dazu finde ich das Zitat von Einstein: «Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.»

Einen Einblick in die Erfahrungen der Ausbildung findest du in diesem Video. (Mich siehst am Schluss noch)

Was die Lernerfahrungen – aka Geschenke – mit mir gemacht haben
Für mich war die Ausbildung zur Social Architect eine interessante und teils auch herausfordernde Reise. Unter anderem mit dem Kennenlernen und Integrieren nicht nur von der mir schon sehr bekannten Ziel- und Prozessorientierung (ersteres als Ökonomin, zweiteres als Coach) sondern neu zusätzlich dem mehr Hinzuhören und Spüren, was sich zeigen möchte. Dies bedeutet, der Intuition mehr zu vertrauen, sie wahrzunehmen, in sich zu hören. Das tönt jetzt alles vielleicht ein bisschen spirituell für dich. Ja, genau das ist es auch. Spiritualität ist Teil unseres Lebens. Auch du hast bestimmt schon spirituelle Erfahrungen gemacht. Oder wie nennst du Momente, in welchen du dich total ergriffen fühlst, evtl. auch Gänsehaut oder Tränen hast nach dem Erklimmen eines Berggipfels, nach einer Begegnung? Oder es gibt Beispiele aus der Künstler/innenwelt. Ich las kürzlich von jemanden (weiss leider nicht mehr wem) auf die Frage woher die Inspiration zu einem Lied kam: «the Idea somehow came to me, because I was close to manifest this song to the world.» Die Person hat also gut Hinhören können und war auch darauf fokussiert.

Das vermehrt im Moment sein, mehr Spüren und Wahrnehmen und einfach mit dem Gehen was sich zeigt, hat mir auch sehr geholfen im Umgang mit den teils sehr herausfordernden Case Management-Aufgaben und Begleitungen. Und beim Entscheid, dies künftig nicht mehr tun zu wollen. Mein Kopf meinte nämlich, du kannst das ja, und es ist bringt dir ein praktisch sicheres Teil-Einkommen aktuell – aber mein Körper signalisierte mir ganz anderes. Also werde ich ein weiteres vermeintliches Sicherheitsseil loslassen. Mal wieder.

Und nun?
So und was nehme ich nun noch mit ins 2022 ausser dem Plan mit dem Loslassen von gewissen Aufträgen? Noch weniger versuchen, alles im Griff zu haben und noch mehr Hinzuspüren und -hören und vertrauen, dass sich das Passende zeigen wird. Ich versuche, mir entsprechend Freiräume zu gestalten und bestimmte Kontakte zu intensivieren, um mich vermehrt in integralen Kontexten engagieren und entsprechende Projekte mitgestalten zu können. Aber ich werde nicht alles auf den Kopf stellen. Als Coach werde ich wie bisher vor allem Einzelpersonen und vereinzelt Unternehmen begleiten. Und ich werde auch weiterhin ziel- und prozessorientiert unterwegs sein. Es geht mir nicht um ein «Entweder-Oder»; es geht mir um ein integrierendes UND.

Dankbarkeit für die wertvollen Begegnungen – ob kurz oder lang
Was wichtig für mich bleibt: Egal was passiert – ich versuche es möglichst gelassen zu nehmen – und mir immer wieder bewusst machen, dass ich doch so wenig weiss und einfach unendlich viel zu Lernen habe. Und dies als Chancen sehen und darauf vertrauen, dass dies genau die Erfahrungen sind, die ich machen darf/soll/muss. Und dass mich wie bisher, stets die passenden Personen finden und mich begleiten, unterstützen, wachsen lassen und «halten» werden. Danke an dieser Stelle allen, denen ich begegnen durfte!

Abschliessend nochmals Einstein:
«Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder.“

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