NEW WORK hat mindestens soviel mit Innerwork wie mit Digitalisierung zu tun

Der Begriff NEW WORK ist dir wohl auch schon begegnet. Hast du dich mal gefragt, was hinter diesem Begriff steckt und damit gemeint ist?

Geht es dabei um Agilität, digitales Arbeiten, flachere Organisationsstrukturen, Homeoffice*, neugestaltete Büroräumlichkeiten, gelockerte Kleidervorschriften oder unternehmensweite gemeinsame Sinnsuche?

Ja, aber nicht nur: neue Strukturen, Instrumente und Wohlfühlangebote sind ein Teil von NEW WORK – aber nur der ökonomische. Derjenige Teil, den Unternehmen daraus nehmen um möglichst wettbewerbsfähig und als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Die Idee von NEW WORK ist eine grössere und umfasst nicht nur die Ökonomie, sondern vielmehr auch die Ökologie und Soziologie und irgendwie schlussendlich das Wohlergehen des Planeten und der Menschen. NEW WORK ist ein philosophisches System. Eines welches das über 200jährige Lohnarbeitssystem und -modell ablösen will.

Der New Work-Begründer war ein Philosoph

Entstanden ist der Begriff und die NEW WORK-Bewegung Anfang der 80er Jahre. Wir verdanken dies dem grossartigen Pionier, Grossvater der Potentialentfaltung, Philosophieprofessor und – wie ich finde – sehr humorvollen Fritjhof Bergmann. Er wollte die Gesellschaft revolutionär verändern. Und hatte dies nicht nur gepredigt, sondern viele wichtige Schritte dazu umgesetzt und diese auch als Vorbild gelebt. Bspw. lebte er zwei Jahre lang möglichst autark in einem Wald. Im Mai 2021 ist er 91jährig verstorben.

Bevor ich dazu komme, was seine Idee von NEW WORK ist und was diese Idee umfasst noch kurz dazu, wie er darauf kam. Denn da sehe ich einige Parallelen zu heute – dass viele heute mit der Unsicherheit wie weiter nicht umgehen können.

Warum Frithjof Bergmann new work entwickelte

NEW WORK begann nicht als eine sanfte Idee, sondern aus einer Notsituation in Flint (Automobilstadt in den USA): Ende der 70er war absehbar, dass Computer Fliessbandarbeiten übernehmen werden und dass darum viele Arbeitsplätze abgeschafft werden würden. Fritjhof Bergmann traf auf junge Menschen welche aufgrund des drohenden Arbeitsverlusts unter Depressionen und Angstzuständen litten. Er hatte darum ein Konzept entwickelt um ihnen Mut zu machen, um sich nicht als wertlos zu betrachten, nur weil sie ihren Job verloren hatten. Er gründete sein erstes Zentrum für Arbeit und griff dem Strukturwandel der Arbeitswelt wie wir ihn aktuell gerade erleben, vor. Konkret unterstützte er Menschen u.a. dabei herauszufinden, was sie wirklich wirklich wollten.

EINE (LEBENS-)FRAGE AUCH UNSERER ZEIT

Herausfinden, was man WIRKLICH WIRKLICH will ist gar nicht so einfach, oder? Viele Menschen wissen nicht, was sie wirklich wirklich wollen und betäuben sich mit äusseren Dingen und Ablenkungen. Die Auswirkungen daraus sehen wir – sowohl psychisch als auch in der Umwelt. Doch wie will man sein Ändern leben, wenn man nicht weiss, was man wirklich wirklich will? Diese Frage ist eine der schwierigsten und wichtigsten, die wir uns im Leben stellen dürfen.

Das new work-Konzept

Doch zurück zu was Bergmann unter NEW WORK verstand und was seine Vision war. Er unterteilte Arbeit in drei Teile:

  1. Ein Teil der Arbeit ist weiterhin Erwerbsarbeit. Allerdings mit dem Unterschied, dass Güter oder Dienstleistungen erstellt werden, welche den existenziell notwendigen Wohlstand erschaffen. Aufgrund der Automatisierung und Produktivität wird weniger Zeit dafür benötigt.
  2. Ein zweiter Teil der Arbeit ist das sogenannten High-Tech-Self-Providing. Dieses geht über das Brotbacken und Selbstversorgergärtchen auf dem Balkon hinaus- auch andere lebensnotwendigen Dinge sollten möglichst lokal mit der Unterstützung durch Technologie (zB. 3D-Drucker) hergestellt werden können.
  3. Und dann geht es drittens noch darum, was die Menschen wirklich wirklich wollen und was sie selbst beitragen möchten oder durch sie in die Welt kommen will. Dabei geht es nicht nur um Spass, sondern um Sinnerfüllung.
Karte aus dem Museum Schaffen (Winterthur)

Und diese Kombination würde zu mehr echtem (nicht materiellem) Wohlstand führen. Diese Idee inspiriert auch mich und mein Tun. Ich versuche meinen Teil beizutragen. Einerseits mit meiner Lebensgestaltung und andererseits indem ich versuche Menschen und Unternehmen durch Begleitung und Geschichten für einen transformativen Weg zu motivieren.

new work bedingt innerwork

Denn: New Work entsteht nicht nur dadurch, dass Unternehmen die Mitarbeitenden mit neuen Methoden und Technologien ausstatten – New Work ist eine Geisteshaltung, eine Idee einer neuen Welt- also viel Innerwork – und Mindset-Arbeit.

Oder in F. Bergmanns Worten:
«Das Ziel der neuen Arbeit besteht nicht darin, die Menschen von der Arbeit zu befreien, sondern die Arbeit so zu transformieren,
damit sie freie, selbstbestimmte menschliche Wesen hervorbringt.»

Quellen: Die Geschichten und Infos habe ich aus diversen Video-Interviews und Texte über und mit F. Bergmann und seine Zentren der Arbeit zusammengetragen.

*wobei ich finde es sollte eher Regelungen für Remote-Office geben als nur für Homeoffice bzw. ich bin überzeugt, das ist dann der nächste sinnvolle und nötige Schritt.

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